Ausstellungen

Einzelausstellungen:

 

        

          2019  "Zwischenräume" Kulturforum Amthof Feldkirchen /Kärnten

          2019  "Transformierte Realität" kultur im.puls Seeboden /Kärnten

          2018   Spiegel und Collagen mit A.Komposch Klagenfurt 

          2018  " Sehverwandtschaft" Walraum, Klagenfurt 

          2017  " FORM - ÄSTHETIK " Kranj Slowenien

          2016  " REAL - ABSTRAKT "  Galerie 59, Wölfnitz

          2014  " LINIE - EBENE - RAUM " Künstlerhaus Klagenfurt

          2011  Werkraum Hofer, Klagenfurt

          2008  "KUNST IN DER TECHNIK" ZT-Büro Heidinger & Schwarzl, Leibnitz

          2008 Treibacher Industrie, Althofen

          2008  Kärntner Sparkasse, Klagenfurt

          2007  Wifi, Klagenfurt

          2007  DOMUS Einrichtungen, Wien

          2005  Schloß Albeck, Kärnten

          2004  Rathaus, St. Veit an der Glan

       

      

Gruppenausstellungen:

         

           2019. Kambium- Kunst muss  wachsen Künstlerhaus Klagenfurt

           2010  BV Kärnten Jahresausstellung

           2018   46°29´11´´ N,14°35´46´´ O-Südpol 13.0  Bad Eisenkappel

           2018   BV Kärnten Jahresausstellung

           2018   Mitgliederausstellung Kunstverein Kärnten

           2018   7. " Fine Arts Festival " Kranj

           2018   Artinnovation Innsbruck

           2018   BV Sommerausstellung

           2017   BV Kärnten Jahresausstellung

           2017. 46°29´11´´ N,14°35´46´ O -Südpol 12.0  Bad Eisenkappel

           2016  "Portfofio* 2016" Künstlerhaus

           2015  "HAPPY END"- Kunst schenken - Künstlerhaus Klagenfurt

           2014  "100 Jahre Künstlerhaus - vom Kopf zur Hand"

           2014  "Positionen zeitgenössischer Fotografie" St. Andrä i. L

           2013 " Kunst schenken" Künstlerhaus Klagenfurt

           2012  "Kunst schenken" Künstlerhaus Klagenfurt

           2005 "Wasser ist Leben" für " Licht ins Dunkel" Land Kärnten

                    

Offenes Atelier:

 

          2004  „Metamorphosen“

          2007  „Grafik und mehr“

          2009  „Geometrie und Fotografie/Poesie und Ironie“

          2010  „Lust auf Kunst“

 

 

 Preise

          2016 "Grand Prix 2016" 

                    5. International fine arts festival Kranj - ZDSLU 2016

                    " the digital image & a classical picture "

          2017 "ARTEDITION COMPLIMENT" in der Kategorie Fotografie

                   als Finalistin ausgezeichnet

 

Transparenz und Illusion

 

Irmgard Hummitzsch (geb. 1950 in Leibnitz/Stmk) ist eine genaue Beobachterin visueller Phänomene, die sich vor allem in architektonischen Strukturen alter und neuer Bauwerke sowie geordneten Naturformen und seriellen Formen kultivierter Landschaft (z. B. Weingärten) wiederfinden. Dabei sind es oftmals Details wie Treppen, Fenster, Baugerüste, Lichtschachte oder ausgefallene Elemente progressiver Bauten, die sie zu ihren Arbeiten inspirieren. Licht und Schatten, Transparenz und Verdichtung, Weichheit und Schärfe werden dabei in eine lebendige Beziehung gesetzt, aus der eine vibrierende Vielschichtigkeit entsteht. Die Umsetzung im künstlerischen Prozess verläuft in mehreren Schritten. Ausgehend von der Beobachtung der Phänomene, ihren abstrakten ästhetischen Gehalt bereits erfassend, greift Hummitzsch zur Kamera. Bereits beim Fotografieren wird der gestalterische Prozess in Gang gebracht, in dem sie etwa eine rasche Bewegung mit der Linse vollzieht, wodurch ein hoher Abstraktionsgrad in Form von Verwischungen, Schattierungen oder Lichtspuren zustande kommt.

 

Aus dem unermesslichen Fundus an Fotos, die über viele Jahre gesammelt werden und speziell bei Auslandsreisen und den dort vorgefundenen Bauten und landschaftlichen Besonderheiten eine fruchtbare Ergänzung finden, erstellt die Künstlerin Collagen. Dabei werden die Fotos auf hauchdünne Folien gedruckt, von ihr anschließend in Schablonen geschnitten und auf eine gebürstete Alu-Dibond Platte (meist im quadratischen Format) aufgeklebt. In früheren Jahren ihres Schaffens bleibt die Platte dabei noch als nackter Untergrund in Teilen sichtbar; heute wird sie zumeist komplett mit einer zarten Schicht einer Fotofolie beklebt, die dann als Referenzpunkt für die weitere Gestaltung fungiert. Sind noch vor einigen Jahren die Schablonen farblich und strukturell dichter und die Platten von geometrischen Übermalungen in Acrylfarbe geprägt, so findet die Künstlerin heute zu immer transparenteren, lichteren und teilweise musterhaften Strukturen – wobei die Übermalungen gewichen sind.

Die Zurücknahme der Farbigkeit mit einer Reduktion auf zarte Grau-, Blau-, Grün- und Brauntöne verleiht den Arbeiten den Eindruck von Durchlässigkeit und Leichtigkeit. Es entsteht ein mehrfach gebrochener illusionistischer Raum, der sowohl in die Tiefe wie auch nach vorne, unten und oben führt. 

 

Mit dem gleichen hohen Präzisionsgrad, mit dem die Folien zugeschnitten und zu- und übereinander geklebt werden, vollzieht die Künstlerin am Ende des Prozesses des Collagierens einen schöpferischen Akt: In bedachter Kommunikation mit den bereits entstandenen Strukturen, sie teilweise verstärkend und sie teilweise brechend, werden schwarze oder weiße Linien mit Permanentmarker durch das Bild gezogen. Die Linien sind ein wesentliches gestalterisches Element, sie beanspruchen keine Vorherrschaft und sind trotzdem als Residuum einer sonst ausgesparten, persönlichen Handschrift zu lesen. Der Betrachter wird so auf sanfte Weise gefordert, sich selbst und seinen eigenen Standpunkt in der Komplexität der Arbeiten zu finden. Mit Hilfe eines mehrfachen Perspektivenwechsels, einem Eintauchen in Mikroräume und dem gleichzeitigen Fließenlassen des Blicks in sich immer neu auftuende illusionistische Spiegelungen erfährt der Betrachter eine Loslösung und wohltuende Distanz von der Alltagswelt.

 

Im Laufe ihrer Entwicklung entdeckt Irmgard Hummitzsch neue Phänomene in der Außenwelt, die sie auf ihre Weise verarbeitet. So sind in der Ausstellung „Kambium“ (September/Oktober 2019) im Künstlerhaus Klagenfurt erstmals Werke von ihr zu sehen, in denen sie Fotos von organisch gewachsenen Naturerscheinungen, in diesem Fall Wachstumsringe eines Baumstammes, mit geometrisch-architektonischen Formen kombiniert. Auch hier erfährt die feine Struktur des Holzes durch die Durchlässigkeit der Folie und den stark vergrößerten Bildausschnitt einen hohen Abstraktionsgrad. Weit entfernt von wildwachsenden biomorphen Gebilden, zeigen die Arbeiten hohen malerischen Gehalt. Wie bei all ihren Arbeiten finden wir eine Ausgewogenheit der Komposition, wobei die Neugier der Künstlerin beim Einfangen eines Motivs und das bewegte Interesse am Erforschen neuer optischer Möglichkeiten vor einem rein ästhetischen Bildaufbau Vorrang hat. Dennoch zeigen die Werke eine außergewöhnliche Ästhetik, ein gelungenes Wechselpiel aus Reduktion und sinnlicher, von Akzenten geprägter Fülle  in all ihrer Feinheit und Nuancenvielfalt. Da durch die Transparenz der Folie die Dibond Platte mit ihrem Grauwert durchscheint und so das Erscheinungsbild der Arbeiten prägt, kommt noch ein anderes Phänomen zum Tragen: die Wirkung des Lichts. Als übergeordnete visuelle Ebene wird das Schimmern von Licht auf der Platte, gepaart mit Spiegelungen aus dem Umraum (Fenster, Türen, elektrische Lichtquellen) zu einem autonomen, sich ständig verändernden Merkmal, das im Wechselspiel mit der Komposition ein Gesamtkunstwerk entstehen lässt.

 

In den neuesten Arbeiten geht die Künstlerin diesmal farblich einen neuen Weg und gestaltet eine Serie von Arbeiten in der Größe 50 x 50 cm, in denen sie ein kräftiges, ins himbeer- bis brombeerfarbene Rot verwendet. Als Zufallsprodukt bei einem Schnappschuss in ein Dachfenster im Inneren eines Cafés entstanden, setzt die Farbe in geometrischer Form, umgeben von Schattierungen olivgrüner Töne einen kräftigen Impuls, der den Bildern Gegenwärtigkeit und vibrierende Spannung verleiht. 

 

Ihre Vorliebe für geometrische Formen und Strukturen fußt bei Irmgard Hummitzsch auf einem Studium der Mathematik, wobei die Liebe zur kreativen künstlerischen Tätigkeit sie aber ihr Leben lang begleitet. Seit über dreißig Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit bildnerischer Gestaltung, wobei ihr Weg über die Aquarellmalerei zuerst zur Acrylmalerei führt, bis sie schlussendlich zu ihrer heutigen Ausdrucksform findet und diese laufend weiterentwickelt. Zu erwähnen ist, dass auch die technische Entwicklung der letzten Jahre in Bezug auf die Herstellung transparenter Folien, die blasenfrei verklebt werden können, zu immer differenzierteren Ergebnissen in ihrer Abreit führt. Als Mitglied des Kärntner Kunstvereins und der BV Kärnten kann sie in den letzten Jahren auf wichtige Erfolge zurückblicken: Beim „5. INTERNATIONAL FINE ARTS FESTIVAL KRANJ“ (Krainburg, SLO) zum Thema „a digital image & a classical picture“ im Jahr 2016 erlangt sie mit zwei Arbeiten den ersten Preis. 2017 wird sie in der „ARTEDITION COMPLIMENT“ (Innsbruck und Berlin) in der Kategorie Fotografie als Finalistin ausgezeichnet. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen begleiten seit rund fünfzehn Jahren ihr Schaffen, unter anderen die Einzelausstellung „LINIE – EBENE – RAUM“ im Künstlerhaus Klagenfurt (2014). Mit der Ausstellung „Transparenz und Illusion“ (2020) in der BV Galerie Klagenfurt setzt sie einen weiteren Baustein in ihrem Schaffen, das durch seine innovative Kraft und Lebendigkeit in eine spannende und künstlerisch fruchtbare Zukunft blicken lässt.

 

 

Sonja Traar